12/06/2026

DE Comment définir le niveau de connaissance linguistique à atteindre pour des étudiants du supérieur ?

Pädagogen und Sprachwissenschaftler stellen sich regelmäßig die Frage, wie der Lernfortschritt von Studierenden gemessen werden kann. Welches Niveau kann realistischerweise erreicht werden? Wie definiert man dieses Ziel? Und wie lässt sich überprüfen, ob dieses Ziel sowohl zur Realität der Studierenden als auch zu den Anforderungen der heutigen Welt passt? Genau das erklären wir in diesem Artikel.

Der Ausgangspunkt: die umgekehrte Pyramide des GER

Die meisten europäischen Studierenden werden anhand des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) bewertet. Dieser Referenzrahmen definiert verschiedene Kompetenzstufen, die jeweils einem bestimmten Sprachniveau entsprechen – von A1 (Anfängerniveau beziehungsweise elementare Sprachverwendung) bis C2 (annähernd muttersprachliche Sprachbeherrschung). Um die Genauigkeit der Einstufung zu erhöhen, unterscheiden einige Sprachtests zusätzliche Unterstufen (wie beispielsweise ELAO: siehe hier).

Fest steht, dass es Zeit braucht, um die einzelnen GER Stufen zu durchlaufen. Doch wie viel Zeit genau? Diese wertvolle Information wird in der folgenden Grafik dargestellt und bildet einen guten Ausgangspunkt, um realistische und kohärente Lernziele festzulegen.

la pyramide inversée du CECRL elao

Wenn Ihre Studierenden beispielsweise zu Beginn des Studienjahres das Niveau A2 haben und pro Woche vier Unterrichtsstunden sowie zwei Stunden Selbststudium absolvieren, entspricht dies insgesamt 216 Lernstunden über 36 Unterrichtswochen hinweg. Unter normalen Umständen könnten sie somit am Ende des Studienjahres das Niveau B1 erreichen. Natürlich handelt es sich dabei lediglich um theoretische Werte, die immer im jeweiligen Kontext betrachtet werden müssen, da zahlreiche Faktoren die Lerngeschwindigkeit beeinflussen können.

Faktoren, die die Lerngeschwindigkeit von Studierenden beeinflussen

Wir haben vier Faktoren identifiziert, die einen wesentlichen Einfluss auf die benötigte Lernzeit haben:

Die Motivation

Das persönliche Engagement der Lernenden hat einen erheblichen Einfluss auf die Zeit, die für das Erlernen einer Sprache erforderlich ist. Eine Lernstunde einer motivierten und engagierten Person wird deutlich produktiver und weniger belastend sein als dieselbe Lernzeit bei einer weniger motivierten Person.

Folgende Ansätze können die Motivation von Studierenden beim Sprachenlernen steigern:

  • Die Kultur und die Gewohnheiten der Länder der Zielsprache näherbringen.
  • Aufzeigen, welchen Nutzen die Zielsprache für das spätere Berufsleben (Lebenslauf, Berufswahl, Karriereentwicklung) und das Privatleben (Reisen und Begegnungen) haben kann.
  • Die Sprache mit dem Alltag verknüpfen, indem Studierende dazu ermutigt werden, Serien anzusehen, Podcasts zu hören oder Bücher in der Zielsprache zu lesen.
  • Anekdoten und Beispiele aus dem jeweiligen Studienbereich einbeziehen. Bei Marketing Studierenden können beispielsweise Übersetzungsfehler in internationalen Werbekampagnen analysiert werden.

Das Alter der Studierenden

Da die meisten Studierenden noch relativ jung sind, kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sie keine besonderen Schwierigkeiten beim Lernen und Memorieren von Inhalten haben. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass immer mehr Erwachsene ebenfalls ein Studium aufnehmen. Für ältere Lernende kann der Lernprozess etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Das Ausgangsniveau

Die Kenntnis des Ausgangsniveaus ist entscheidend, da mit steigenden GER Niveaus auch der erforderliche Lernaufwand zunimmt. Der Übergang von C1 zu C2 erfordert beispielsweise durchschnittlich 400 bis 500 Lernstunden, während der Wechsel von A1 zu A2 bereits mit etwa 100 Stunden möglich ist.

Um das Ausgangsniveau der Studierenden zu bestimmen, können Instrumente wie ELAO eingesetzt werden.

Das Lernumfeld

Auch das Lernumfeld beeinflusst die Lerngeschwindigkeit erheblich. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Kultur: In manchen Kulturen wird das Erlernen von Fremdsprachen stärker gefördert als in anderen. Englischsprachige Personen nehmen das Erlernen weiterer Sprachen beispielsweise häufig weniger ernst, da sie bereits die internationale Verkehrssprache beherrschen.
  • Geografische Lage: Studierende, die in Grenzregionen zwischen zwei Sprachgebieten leben, sind häufig motivierter, beide Sprachen zu erlernen.
  • Sprachpolitik des Landes: Länder mit mehreren Amtssprachen fördern oft aktiv den Erwerb aller Landessprachen.
  • Globalisierung: Englisch hat sich weltweit als Referenzsprache etabliert. Deshalb wird sein Erwerb besonders gefördert und von vielen Studierenden als wichtig angesehen.

Fazit

Die hier vorgestellte Pyramide bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt, um den Arbeitsaufwand für den Übergang von einem Sprachniveau zum nächsten abzuschätzen. Sie ist zudem ein hilfreiches Instrument, um Lernziele auf Grundlage der im Studienprogramm verfügbaren Lernzeit festzulegen.

Dabei sollte jedoch stets der tatsächliche Kontext der Studierenden berücksichtigt und die Ziele entsprechend angepasst werden. Durch die Festlegung von SMART Zielen (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und terminiert) können Lehrende sicherstellen, dass Studierende den größtmöglichen Nutzen aus ihrer Ausbildung ziehen.